SENS-E

Entwicklung und Erprobung eines Screeningsverfahrens zur Erfassung der sensorischen Verarbeitungssensitivität

Liffler P. 1, Fölster-Holst R. 2, Gieler U. 3, Peters E.M.J. 4

 

1 Kinderfachklinik Bellevue, Fehmarn

 

2 Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Kiel

 

3 Klinik für Dermatologie und Allergologie und Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Psychosomatische Dermatologie, Justus-Liebig-Universität Gießen

 

4 Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Psychoneuroimmunologie Labor, Justus-Liebig-Universität, Gießen

Kurztitel: Screening der Sensorischen Verarbeitungssensitivität (SPS)

Hintergrund:

Sensorische Verarbeitungssensitivität (Sensory Processing Sensitivity - SPS) beschreibt als Konstrukt eine hohe Sensitivität für körperliche und soziale Reize. Relevanz der SPS für Entwicklung und Verlauf chronischer Erkrankungen wurde in einer Pilot-Studie mit an atopischer Dermatitis (AD) Erkrankten mit aufwendigen Selbstauskunftsverfahren nachgewiesen. Geeignete Kurzinstrumente für die Erfassung der SPS fehlen bislang.

 

Fragestellung:

Es besteht der Bedarf an einer effizienten Erfassung der SPS durch ein kurzgefasstes Testinstrument für den Einsatz in wissenschaftlichen Studien und klinischer Diagnostik.

 

Methoden:

Zur Testentwicklung wurde im Wege der Direkt- und der Onlinebefragung eine Gesamtstichprobe erhoben (N=305) und entsprechend der biographischen Angaben der Befragten in eine Test- (atopisch veranlagte - AP) und eine Vergleichsgruppe (nicht atopisch veranlagt - NAP) aufgeteilt. Zunächst wurde eine 30 Item-Version einer explorativen Faktorenanalyse unterzogen, auf dann Schrittweise auf eine 16 Items umfassendes SENS-E Kurzverfahren zur Erfassung der SPS reduziert und abschließend durch den Vergleich von Teilstichprobe erprobt. 

 

Ergebnisse:

Die Untersuchung von Substichproben ergab die signifikante Abhängigkeit von atopischen Krankheiten und psychischen Störungen von der Höhe der SPS gemessen mit dem 16-Item SENS-E-Verfahren.

 

Diskussion:

Das SENS-E Kurzverfahren zeigte gute psychometrischen Eigenschaften. Die hohe Reliabilität und Validität gewährleisten eine schnelle und zuverlässig Erfassung der SPS, womit die Behandlungsplanung im Bereich der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie, sowie die Durchführung von Kohortenstudien erleichtert werden. Entsprechend den Ergebnissen der Substichprobenanalysen ist die SPS ein erster Prädiktor für Entwicklung der Atopie und für häufige psychische Störungen.

Schlüsselwörter:

Sensory processing sensitivity, Responsivität, Screening von Risikogruppen